idian hat gemeinsam mit über 100 Unternehmen und Verbänden der deutschen Energiewirtschaft eine klare Botschaft an die Bundesnetzagentur gesendet: Die drohende Aufhebung der Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher im Rahmen des AgNes-Prozesses gefährdet Milliarden an Investitionen – und damit die Energiewende selbst. Wir fordern kurzfristig verbindlichen Vertrauensschutz.
Was steht auf dem Spiel?
Das Energiewirtschaftsgesetz sieht in § 118 Absatz 6 vor, dass Batteriespeicher, die vor dem 4. August 2029 ans Netz gehen, für 20 Jahre von Netzentgelten befreit sind. Diese Regelung war die Grundlage, auf der sich die Speicherbranche in Deutschland entwickelt hat. Investoren, Projektentwickler und Betreiber haben ihre Kalkulationen, Finanzierungsmodelle und Investitionsentscheidungen auf dieser gesetzlichen Zusage aufgebaut.
Nun stellt die Bundesnetzagentur im Rahmen des sogenannten AgNes-Prozesses (Anreizregulierung Netzentgeltsystem) genau diese Befreiung in Frage – und möchte Speicher künftig mit Netzentgelten in unbekannter Art und Höhe belasten. Das ist ein massiver Eingriff in die Geschäftsgrundlage laufender und geplanter Projekte.
Fast alle Speicherprojekte bis 2029 drohen gestoppt zu werden
Wenn die BNetzA keine klare Klarstellung liefert, werden die absehbaren Folgen gravierend sein: Fast alle geplanten Speicherprojekte bis 2029 werden zurückgestellt. Der dringend benötigte Beitrag dieser Anlagen zur Systemstabilität und Versorgungssicherheit steht damit auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung. Das Vertrauen in den Investitionsstandort Deutschland wird massiv beschädigt.
Was die Branche jetzt braucht
Speicher sind kein Luxus – sie sind ein entscheidendes Bindeglied zwischen volatiler erneuerbarer Erzeugung und Stromverbrauchern. Sie gleichen schwankende Erzeugung aus, glätten Preisspitzen und leisten einen elementaren Beitrag zur Systemstabilität im Zuge der Dekarbonisierung.
„Was der Speichersektor jetzt braucht, ist eine kurzfristige Klarstellung der BNetzA, dass sie Projekten, die bereits realisiert wurden, die sich aktuell in der Realisierungsphase befinden oder deren Investitionsentscheidung noch zu treffen ist, Vertrauensschutz gewähren wird."
Wer geschützt werden muss
Die gemeinsame Erklärung fordert explizit Schutz für: (1) Projekte, die bereits realisiert wurden und in Betrieb sind; (2) Projekte, die sich aktuell in der Realisierungsphase befinden; und (3) Projekte, deren Investitionsentscheidung noch auf Basis der geltenden Rechtslage getroffen wird. Alle drei Kategorien haben gleichermaßen auf die gesetzliche Zusage vertraut.
Wer hinter dieser Forderung steht
Die Erklärung wurde von zehn namhaften Erstunterzeichnern initiiert und von über 100 weiteren Unternehmen und Verbänden aus der gesamten deutschen Energiewirtschaft mitgetragen – von Stadtwerken über überregionale Versorger bis zu Verbänden und Investoren. Auch idian GmbH ist unter den Unterzeichnern.
Die zehn Erstunterzeichner umfassen führende Akteure wie:
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Was jetzt zählt: Klarheit vor weiteren Investitionsentscheidungen
Der AgNes-Prozess ist in vollem Gang. Die Branche braucht keine vagen Signale – sie braucht eine klare, rechtsverbindliche Zusage der Bundesnetzagentur, dass der Vertrauensschutz für Projekte unter § 118 Abs. 6 EnWG gewährleistet bleibt. Jede weitere Verzögerung dieser Klarstellung führt zu Investitionsstopps und verschlechtert die Ausgangslage für die Versorgungssicherheit in Deutschland.
idian steht als aktiver Unterzeichner zu dieser Forderung. Als Unternehmen, das selbst BESS-Projekte entwickelt und begleitet, kennen wir die Konsequenzen regulatorischer Unsicherheit aus erster Hand. Wir rufen die BNetzA auf, schnell und eindeutig zu handeln.