Brände in Batteriespeichersystemen sind kein hypothetisches Risiko mehr – sie passieren. Seit 2024 reagieren führende BESS-Hersteller mit großskaligen Brandversuchen (LSFT), um ihre Systeme unter realen Extrembedingungen zu validieren. Doch nicht jeder „bestandene" Brandtest ist gleich. idian hat die Tests von 13 Herstellern systematisch analysiert – und zeigt, wo die entscheidenden Unterschiede liegen.
Was dieser Bericht enthält
idian hat erstmals einen umfassenden, herstellerunabhängigen Vergleich großskaliger Brandtests (LSFT) im BESS-Bereich vorgelegt. Der Bericht analysiert Tests von 11 Großspeicher-Anbietern sowie 2 C&I-Systemen – durchgeführt zwischen 2023 und Anfang 2026 – und bewertet diese systematisch nach Testintensität, Normenbezug und regulatorischer Belastbarkeit.
Warum dieser Vergleich entscheidend ist
„Kein Thermal Runaway auf benachbarte Container" klingt nach einem eindeutigen Ergebnis. In der Realität verbergen sich dahinter hochgradig unterschiedliche Testarchitekturen: Manche Hersteller testen mit einem Containerabstand von nur 5 cm und offenen Türen bei vollgeladenem System (100 % SOC) – andere mit 60 cm Abstand und aktiver Druckentlastung. Das Ergebnis mag identisch aussehen; die intrinsische Sicherheitsmarge ist es nicht.
„Für eine belastbare Investitions- oder Beschaffungsentscheidung reicht es nicht aus, pauschal auf ‚bestandenes LSFT' oder ‚UL-konform' zu verweisen. Entscheidend ist die Prüfarchitektur hinter dem jeweiligen Test."
Genau das macht dieser Bericht sichtbar. Systematisch, neutral, auf Basis öffentlich zugänglicher Hersteller- und Medienveröffentlichungen – ohne Wertung der Hersteller, aber mit klarer Bewertung der Testmethodik.
Das Normenchaos verstehen
Es gibt keinen einheitlichen globalen Standard für großskalige Brandtests bei BESS. Stattdessen existiert ein Geflecht aus Prüfmethoden, Installationsstandards und nationalen Vorschriften – die unterschiedliche Anforderungen stellen und nur bedingt vergleichbar sind.
UL 9540A · CSA TS-800 · CSA C-800 · NFPA 855
UL 9540A ist primär eine Prüfmethodik für Thermal-Runaway-Propagation – die technische Datengrundlage. CSA C-800 (Kanada) adressiert explizit großskalige Container-Brandtests mit stärkerer regulatorischer Verbindlichkeit. NFPA 855 (USA) ist ein Installations- und Bauvorschriftenstandard, der ab Edition 2026 den LSFT als faktische Marktzugangsvoraussetzung im US-Markt etabliert. Tests nach diesen Standards sind nicht automatisch gleichwertig.
13 Hersteller im direkten Vergleich
Der Bericht deckt alle relevanten Akteure ab – von chinesischen OEMs mit globalem Footprint bis zu etablierten westlichen Anbietern. Für jeden Hersteller werden Testzeitpunkt, System, Normenbezug, Testbedingungen und Ergebnisse detailliert dargestellt.
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25 Seiten mit Vergleichsmatrizen, thermischen Extremwerten, Normenbewertung und strategischen Empfehlungen für Investoren, Projektentwickler und Behörden.
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Regulatorischer Trend: LSFT wird Pflicht
Die Analyse zeigt einen klaren Trend: Die Branche bewegt sich von freiwilligen Demonstrationstests hin zu standardisierten Marktzugangsvoraussetzungen. Die NFPA 855 Edition 2026 wird den LSFT als eigenständige Kernanforderung für den US-Markt etablieren. Systeme, die heute bereits alle drei Normebenen abdecken – physikalische Charakterisierung (UL 9540A), großskalige Propagationsvalidierung (CSA C-800) und Installationskonformität (NFPA 855) – sind für diesen Wandel am besten positioniert.
Für professionelle Käufer, Investoren und Behörden bedeutet das: Die Existenz eines Brandtests allein ist kein hinreichendes Entscheidungskriterium. Die methodische Tiefe und die regulatorische Anschlussfähigkeit des Tests sind mindestens ebenso wichtig.